A Cynic’s Guide to “Winning” at Machine Translation 

In einem mit Google’s Neural Machine Translation System: Bridging the Gap between Human and Machine Translation betitelten Artikel gab Google bekannt, mit dem neuen, neuronalen Übersetzungssystem habe das Google Brain Team die Fehlerquote um durchschnittlich 60 % senken können.

Wieso solche Behauptungen, die nicht ganz frei von Hintergedanken, sehr wohl aber im eigenen wohlverstandenen Geschäftsinteresse sind und mit auf den ersten Blick eindrücklich scheinenden Statistiken und trendigen Modewörtern untermauert werden, mit Vorsicht zu geniessen sind, führt Arle Lommel von Common Sense Advisory in seinem Beitrag A Cynic’s Guide to “Winning” at Machine Translation aus. Darin kommt er zu folgendem Schluss:

These results show us that the scores MT developers often use to show how great their technology is may not actually mean anything for potential adopters of the technology and that the changes they cite may not indicate any real difference.

Und:

Software developers’ continued emphasis on BLEU and other reference-based metrics only serves to muddy the water. Approaches that emphasize usability and user acceptance take more effort than automatic scores, but point the way toward a useful and practical discussion of MT quality.

Wie er zu diesem Schluss kommt, legt Arle Lommel in seinem Beitrag auf verständliche und unterhaltsame Weise dar. Lesenswert!

Abrechnung nach Zeitaufwand oder auf Projektbasis (Forts.)

Ich freue mich, dass die Diskussion zu adäquaten Abrechnungsmodi für Übersetzungen weitergeht. In meinem Eintrag Abrechnung nach Zeitaufwand oder auf Projektbasis zählte ich einige Argumente auf, die in meinen Augen für eine zeit- bzw. projektbasierte Abrechnung von Übersetzungen sprechen. Während die Antwort des Schweizerischen Übersetzer-, Terminologen- und Dolmetscherverbands (ASTTI) eher skeptisch ausfiel, sprach sich Ralf Lemster vom Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e.V. (BDÜ) tendenziell für eine solche Abrechnung aus (die vollständigen Antworten der beiden Berufsverbände sind im Kapitel «Stellungnahme der Berufsverbände» des oben erwähnten Beitrags wiedergegeben).

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Abrechnung nach Zeitaufwand oder auf Projektbasis

Professional translators must therefore redouble their efforts to make it clear that they are service providers and counter the commoditisation of their world. Among other things, this means they should seek to charge for their services on an hourly or project basis and not per word, line or page translated. Auszug aus dem Positionspapier der International Federation of Translators (FIT) Absolut einverstanden: Wir Übersetzerinnen und Übersetzer müssen dem breiten Publikum und den Auftraggebern klar machen, dass Übersetzungen keine Massenprodukte sind (siehe auch Übersetzungen sind keine Produkte oder Auch 100%-Matches gehören zur Übersetzung).

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How language professionals can reclaim their digital lives after Snowden 

Wann immer wir als Privatperson im Internet unterwegs sind, müssen wir unsere Privatsphäre schützen und darauf achten, dass Unbefugte keinen Zugriff auf unsere Daten, unsere Korrespondenz usw. haben1.

Als Sprachmittler müssen wir darüber hinaus – wie fast alle Berufstätigen – die Dokumente unseres Unternehmens und nicht zuletzt auch die uns von Dritten anvertrauten Dateien und Informationen schützen.

In seiner Präsentation How language professionals can reclaim their digital lives after Snowden gibt Alexander Drechsel anlässlich der 57. Jahrestagung der American Translators Association einen kurzen Überblick über die Gefahren unserer schönen neuen digitalen Welt.

Wer sich etwas vertieft damit befassen möchte, dem sei meine kleine Beitragsreihe zur Sicherheit empfohlen (dazu gehört namentlich der Beitrag Informationssicherheit für Übersetzerinnen und Übersetzer und dessen Fortsetzung).

Nachtrag: Alexander Drechsel hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass es auch eine deutsche Version seiner Präsentation gibt: Vortrag zum Thema Internet-Sicherheit beim AIIC-Workshop «Dolmetscher für Dolmetscher» 2016 in Berlin.

  1. Wenn Sie meinen, die Schnüffelei von Privatunternehmen und Geheimdiensten müsse Sie nicht kümmern, weil Sie nichts zu verbergen haben, möchten Sie vielleicht dieses Interview mit Edward Snowden anschauen. [return]

Finding a Voice 

Inwieweit können Computer und Computernetzwerke gesprochene und geschriebene Sprache verarbeiten und selber erzeugen? Wo sind die Grenzen? Die Zeitschrift The Economist blickt zurück, gibt einen Überblick über die heutige Situation und entwickelt mögliche Szenarien für die Zukunft.