Kurze Reaktion auf zwei Artikel im letzten Mitteilungsblatt von UNIVERSITAS

In meinem Eintrag vom 9. März 2017 zitiere ich ein Positionspapier der International Federation of Translators (FIT): Professional translators must therefore redouble their efforts to make it clear that they are service providers and counter the commoditisation of their world. Among other things, this means they should seek to charge for their services on an hourly or project basis and not per word, line or page translated. Inzwischen stellte sich heraus, dass ich nicht aus dem neusten Positionspapier zitiert habe und dass die neue Stellungnahme der FIT differenzierter ist.

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Reader Polls: How Translation Will Be Paid For and Where to Find Freelance Linguists 

In Ergänzung zu meinem Eintrag Abrechnung nach Zeitaufwand oder auf Projektbasis möchte ich auf den Beitrag von Marion Marking hinweisen:

Advocates of the non-commoditization of language services may be in for an uphill climb. Not only do many language service providers continue to go to market with commodity-based strategies, as pointed out by United Language Group VP Michael Ridgway, it cannot be denied that everyone understands per-word pricing regardless of industry.

According to our readers, invoicing translation services by the word (46%) will still be preferred by the majority of language service providers through 2022, with billing per project (26%) a far second.

Botschaft zur formellen Bereinigung des Bundesrechts 

In seiner Botschaft, welche die Sicherstellung der Gesetzgebungsqualität zum Gegenstand hat, schreibt der Schweizer Bundesrat auf Seite 6143:

Übersetzen heisst nicht, die Wörter eines in einer bestimmten Sprache geschriebenen Textes durch Wörter einer anderen Sprache ersetzen. Es heisst vielmehr, gegebene Sachverhalte in einer anderen Struktur neu denken (réécrire). Dieser Prozess kommt einem Lackmustest gleich, denn überall dort, wo der Ausgangstext nicht klar formuliert ist, gerät der Übersetzer oder die Übersetzerin in Entscheidungsschwierigkeiten. Diese aber regen zur Verbesserung des Ausgangstextes an. Oft auch bietet die Übersetzung bei unnötig komplizierten Formulierungen des Ausgangstextes überraschend einfache Lösungen an, die in den Ausgangstext übernommen werden können. Die Übersetzung ist immer eine Chance für den Ausgangstext. Es ist deshalb wichtig, dass Autorinnen und Autoren die Übersetzer als Mitdenkerinnen und Mitdenker betrachten.

Dies ist einer der vielen Gründe, weshalb es sich lohnt, Menschen – noch besser: Profis – mit Übersetzungen zu beauftragen und die Übersetzerinnen bzw. Übersetzer als Partner zu sehen.

Interview with Judy Jenner, The Entrepreneurial Linguist 

Auszug aus dem Interview mit Judy Jenner (die Fragen stellte Ben Karl):

BK: What is the single most important thing translators can do to think more entrepreneurially?

JJ: It’s actually relatively simple: to see themselves as a real business. A one-person business is very much a legitimate business. Oftentimes, linguists are so wedded to the humanities that they forget that this is a business like any other, that you must behave like one, and that you must sell your own services even if that’s something you don’t love to do.

Wer von anderen als Profi ernst genommen werden will, muss zuerst sich selbst als Unternehmerin bzw. Unternehmer ernst nehmen.