Reader Polls: How Translation Will Be Paid For and Where to Find Freelance Linguists 

In Ergänzung zu meinem Beitrag Abrechnung nach Zeitaufwand oder auf Projektbasis möchte ich auf den Beitrag von Marion Marking hinweisen:

Advocates of the non-commoditization of language services may be in for an uphill climb. Not only do many language service providers continue to go to market with commodity-based strategies, as pointed out by United Language Group VP Michael Ridgway, it cannot be denied that everyone understands per-word pricing regardless of industry.

According to our readers, invoicing translation services by the word (46%) will still be preferred by the majority of language service providers through 2022, with billing per project (26%) a far second.

Botschaft zur formellen Bereinigung des Bundesrechts 

In seiner Botschaft, welche die Sicherstellung der Gesetzgebungsqualität zum Gegenstand hat, schreibt der Schweizer Bundesrat auf Seite 6143:

Übersetzen heisst nicht, die Wörter eines in einer bestimmten Sprache geschriebenen Textes durch Wörter einer anderen Sprache ersetzen. Es heisst vielmehr, gegebene Sachverhalte in einer anderen Struktur neu denken (réécrire). Dieser Prozess kommt einem Lackmustest gleich, denn überall dort, wo der Ausgangstext nicht klar formuliert ist, gerät der Übersetzer oder die Übersetzerin in Entscheidungsschwierigkeiten. Diese aber regen zur Verbesserung des Ausgangstextes an. Oft auch bietet die Übersetzung bei unnötig komplizierten Formulierungen des Ausgangstextes überraschend einfache Lösungen an, die in den Ausgangstext übernommen werden können. Die Übersetzung ist immer eine Chance für den Ausgangstext. Es ist deshalb wichtig, dass Autorinnen und Autoren die Übersetzer als Mitdenkerinnen und Mitdenker betrachten.

Dies ist einer der vielen Gründe, weshalb es sich lohnt, Menschen – noch besser: Profis – mit Übersetzungen zu beauftragen und die Übersetzerinnen bzw. Übersetzer als Partner zu sehen.

Interview with Judy Jenner, The Entrepreneurial Linguist 

Auszug aus dem Interview mit Judy Jenner (die Fragen stellte Ben Karl):

BK: What is the single most important thing translators can do to think more entrepreneurially?

JJ: It’s actually relatively simple: to see themselves as a real business. A one-person business is very much a legitimate business. Oftentimes, linguists are so wedded to the humanities that they forget that this is a business like any other, that you must behave like one, and that you must sell your own services even if that’s something you don’t love to do.

Wer von anderen als Profi ernst genommen werden will, muss zuerst sich selbst als Unternehmerin bzw. Unternehmer ernst nehmen.

A Cynic’s Guide to “Winning” at Machine Translation 

In einem mit Google’s Neural Machine Translation System: Bridging the Gap between Human and Machine Translation betitelten Artikel gab Google bekannt, mit dem neuen, neuronalen Übersetzungssystem habe das Google Brain Team die Fehlerquote um durchschnittlich 60 % senken können.

Wieso solche Behauptungen, die nicht ganz frei von Hintergedanken, sehr wohl aber im eigenen wohlverstandenen Geschäftsinteresse sind und mit auf den ersten Blick eindrücklich scheinenden Statistiken und trendigen Modewörtern untermauert werden, mit Vorsicht zu geniessen sind, führt Arle Lommel von Common Sense Advisory in seinem Beitrag A Cynic’s Guide to “Winning” at Machine Translation aus. Darin kommt er zu folgendem Schluss:

These results show us that the scores MT developers often use to show how great their technology is may not actually mean anything for potential adopters of the technology and that the changes they cite may not indicate any real difference.

Und:

Software developers’ continued emphasis on BLEU and other reference-based metrics only serves to muddy the water. Approaches that emphasize usability and user acceptance take more effort than automatic scores, but point the way toward a useful and practical discussion of MT quality.

Wie er zu diesem Schluss kommt, legt Arle Lommel in seinem Beitrag auf verständliche und unterhaltsame Weise dar. Lesenswert!